Weltpolitik vor 230 Jahren

25. Dezember 1795: An diesem Tag traf Marie-Thérèse Charlotte de Bourbon (1778–1851), Tochter des französischen Königs Louis XVI, für einen Gefangenenaustausch in der Festung Hüningen ein. Noch am selben Tag, gegen zehn Uhr abends, brachen 20 französische Staatsgefangene in verschiedenen Kutschen von Freiburg im Breisgau nach Riehen auf, eskortiert von einer Abteilung österreichischer Soldaten unter der Führung eines Oberstleutnants. Der Austausch fand am nächsten Tag unter strengster Geheimhaltung statt.

Am 21. September 1792 rief der Nationalkonvent in Frankreich die Republik aus. Der abgesetzte König Louis XVI wurde am 21. Januar 1793 hingerichtet, knapp neun Monate später auch seine Frau Marie-Antoinette. 1795 wurden Friedensverträge geschlossen. Der damalige Basler Stadtschreiber Peter Ochs spielte bei den Verhandlungen als Vermittler eine zentrale Rolle, weshalb die Verträge in Basel unterzeichnet wurden. Zwischen Frankreich und Österreich wurde ein Austausch der verwaisten französischen Prinzessin Marie-Thérèse Charlotte gegen 20 Franzosen vereinbart, die in verschiedenen österreichischen Garnisonen als Staatsgefangene festgehalten wurden.

Im Stadtbuch 1995 publizierte Christian Simon zum Basler Frieden 1795.

Im Bild: Ankunft der für den Austausch gegen Marie Thérèse de France bestimmten gefangenen französischen Abgeordneten und Minister in Riehen am 26. Dezember 1795.

Bildquelle: Staatsarchiv Basel-Stadt, Chr. Haldenwang / Chr. v. Mechel, BILD 13, 274

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