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Befürchtungen zu Fessenheim
Neue Investitionen in das AKW Fessenheim liessen vor zehn Jahren Befürchtungen über eine verlängerte Laufzeit der betriebsältesten und zugleich störanfälligsten Atomanlage Frankreichs aufkommen: «Trotz des sich mutmasslich nähernden Betriebsendes für das Atomkraftwerk Fessenheim nahe der Schweizer Grenze investiert die Betreibergesellschaft viele Millionen Euro in das Bauwerk und seine Sicherheitsanlagen. Staatspräsident François Hollande hatte 2012 angekündigt, das AKW im Laufe seiner Amtszeit abzustellen. Kritiker befürchten, dass die hohen Investitionssummen das Ende des AKW-Betriebs hinauszögern werden.» (Basler Chronik, 23. Februar 2016)
Wenige Tage nach dieser Meldung in der Basler Chronik machten die Süddeutsche Zeitung und der Westdeutsche Rundfunk die Ergebnisse ihrer Recherchen bekannt. Demnach sei ein Vorfall im Jahr 2014 deutlich schwerwiegender gewesen, als er der Internationalen Atomenergie-Organisation IAEA gemeldet worden war. Eine unsachgemässe Befüllung eines Wasserreservoirs hatte die Überschwemmung mehrerer Bereiche des Kraftwerks zur Folge und führte zur Abschaltung der Anlage. Der Basler Regierungsrat forderte daraufhin die französische Regierung umgehend in einer Medienmitteilung auf, noch im Jahr 2016 die Stilllegung des Kernkraftwerks Fessenheim zu beschliessen.
Am 30. Juni 2020 ging das AKW Fessenheim endgültig vom Netz. Das 1977 in Betrieb genommene Kraftwerk liegt unter dem Rheinpegel, in einer dicht besiedelten Region sowie in einer Erdbebenzone. Nicht zuletzt aus diesen Gründen kam es in der Region Basel und im südbadischen Grenzgebiet immer wieder zu Protesten. Der Rückbau des AKW wird mindestens bis ins Jahr 2041 dauern.
Im Bild: Demonstration gegen die Inbetriebnahme des AKW Fessenheim, Colmar, 5. März 1977.
Über Pro und Contra des umstrittenen AKW-Projekts in Kaiseraugst berichtete das Stadtbuch 1981.
Ein Update zum Thema folgte 1988.
Bildquelle: Archiv Les Dernières Nouvelles d'Alsace