Stadtgedächtnis seit 1879
Die Geburtsstunde der Basler Feuerwehr
Vor 180 Jahren, am 16. September 1845, gründeten 124 Bürger und Einwohner in der Safranzunft das Pompierkorps nach elsässischem Vorbild. Der Brand eines Landgutes am Morgen des 4. Juli 1845, der desorganisiert gelöscht wurde und bei den Helfern Verletzte forderte, gab den Basler Bürgern den Anstoss, ein Pompierkorps zu gründen. Das Pompierkorps nahm in der Folge Meldungen über Feuerausbrüche entgegen, stellte Löschgeräte bereit und hielt in der Nacht Feuerwache. Bei einem entstehenden Brand wurden die auf sämtlichen Stadttoren angebrachten Glocken durch die Torzoller oder Torschreiber geläutet. Darüber hinaus leisteten abwechselnd zwei Mann Dienst auf dem Münster, um jede Viertelstunde den Turm zu umrunden und nach Feuer Ausschau zu halten.
Rund 37 Jahre später beschloss die Löschkommission mit Genehmigung des Regierungsrates, eine ständige Feuerwache mit Tag- und Nachtdienst einzurichten. Damit war ein Meilenstein gesetzt – die erste Berufsfeuerwehr der Schweiz wurde ins Leben gerufen. Am 1. April 1882 versahen erstmals sechs Männer und ein Unteroffizier unter der Führung von Kommandant Major Schetty ihren Dienst an der «Brodlaube», Stadthausgasse 1. Zu Beginn waren die Fahrzeuge der Feuerwehr mit Pferden bespannt. Diese wurden von einer Fuhrhalterei bereitgestellt und mussten bei jedem Brandfall aufgeboten werden. Nach einigen Umzügen wechselte die Berufsfeuerwehr 1903 zum Feuerwehr-Hauptdepot Lützelhof. Auch heute noch dient der Lützelhof der Berufsfeuerwehr Basel als Standort.
Unter dem Titel ‹Von der Dampfspritze zur modernen Feuerwehrtechnik› zeichnete das Stadtbuch 1982 die Geschichte der Stadtbasler Berufsfeuerwehr nach.
‹Es knistert im Gebälk› – so lautet der Titel eines Beitrags im Stadtbuch 1959 über den damaligen Alltag der Berufsfeuerwehr Basel.
Bild: Der V. Zug des Sappeur Pompier Corps Basel im Jahr 1878
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