«Hohe Türme baut der Eiffel, doch seine Brücke hol’ der Teufel!»

In Münchenstein ereignet sich am 14. Juni 1891, heute vor 135 Jahren, «ein schreckliches, ein entsetzliches Unglück, wie ein ähnliches in der Schweiz noch nicht vorgekommen ist»: Unzählige Basler fahren mit der Eisenbahn zum Bezirkssängerfest nach Münchenstein. Als der «völlig überladene Zug mit voller Geschwindigkeit gegen die Eisenbahnbrücke über die Birs fährt und zu bremsen beginnt, bricht das schwache Bauwerk unter der übergrossen Last zusammen. Die beiden Lokomotiven und sieben Wagen stürzen in die hochgehende Birs, und einige nachfolgende Wagen verkeilen sich ineinander»: 73 Menschen finden den Tod, 171 werden verletzt. Basel steht während einer Woche im Zeichen der absoluten Trauer.

Das Zugunglück von Münchenstein ist bis heute die grösste Eisenbahnkatastrophe der Schweiz. Die Konstruktion der Brücke lieferte kein Geringerer als Gustave Eiffel. Als Ursache für den Einsturz gilt ein Birs-Hochwasser von 1881, das zum unbemerkten Absinken eines Widerlagers geführt haben soll.

Die Basler Chronik, sonst um knappe Meldungen zum Tagesgeschehen bemüht, lieferte zum Münchensteiner Unglück einen der ausführlichsten Einträge in seiner knapp 150jährigen Geschichte.

 

Bildquelle: Staatsarchiv Basel-Stadt, Fotoarchiv Wolf, NEG 2104

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