Stadtgedächtnis seit 1879
Erst Bombenanschlag, später Abriss
Am 10. September 1927 war der Trambahnhof auf dem Barfüsserplatz Ziel eines Bombenanschlags, dessen Urheber nie eruiert werden konnten. Die Basler Chronik hielt damals fest: «Am Abend (8:32h) wird von unbekannter Hand auf dem Barfüsserplatz ein Sprengstoffattentat ausgeführt, das die Demolierung der Innenräume des Tramhäuschens, den nachträglichen Tod zweier Tramangestellter und mehrere leichte und schwere Verletzungen zur Folge hat.» Das Häuschen war ein verspielt wirkender Jugendstilbau mit markantem Walmdach und gusseisernen Verzierungen. Im Volksmund nannte man es nach dem Basler Kantonsbaumeister Heinrich Reese «Reeseanum», eine weitere Bezeichnung war «Elefantehüsli».
Den Anschlag von 1927 hatte das Tramhäuschen noch überstanden, knapp 20 Jahr später fiel es trotzdem in Trümmer, weil ein Neubau errichtet wurde. Am 1. Juli 1946 hiess es: «Das alte Stationsgebäude auf dem Barfüsserplatz, im Volksmund Reeseanum genannt, wird abgerissen. Es hat seit 1903 den Strassenbahnen als Stationsgebäude gedient.» An der Stelle das alten Stationsgebäudes wurde ein Neubau mit Flachdach errichtet. Zeitgleich verschwanden auch die übrig gebliebenen Abstellgleise Richtung Gerbergasse.
Im Bild: Das Tramhäuschen am Barfi rechts im Bild, aufgenommen 1914. Links entsteht der Neubau des Restaurants zum braunen Mutz, im Hintergrund sieht man den Lohnhof und die Leonhardskirche.
Mehr zu Basel und seinem Tram findet sich im Stadtbuch 1995: «100 Jahre Basler Verkehrs-Betriebe».
Bildquelle: Staatsarchiv Basel-Stadt, AL 45, 5-23