O Gott, küssende Paare am Münsterplatz!

Im Auftrag des staatlichen Kunstkredits gestaltete der Basler Künstler Niklaus Stoecklin ein Wandbild über der Aushängetafel des Zivilstandsamtes. Der Schaukasten befand sich am Münsterplatz und diente den Eheverkündungen. Das Fresko zeigt in Form einer mit Säulen bestückten Laube vier Liebespaare, flankiert von einer Lukretia und einem müden Wächter. Die vier sich küssenden Liebespaare verursachten einen Sturm der Entrüstung, die sich in einer Sachbeschädigung Luft machte, wie man am Morgen des 21. August 1921 feststellte: «In der Nacht vom Samstag auf den Sonntag werden die Fresken von N. Stöcklin bei der Zivilstandstafel zerstört. Die staatl. Kunstkreditkommission setzt Fr. 600 Belohnung zur Entdeckung der Täter aus» (Basler Chronik). Der Maler erneuerte das zerstörte Fresko, das bis heute an dieser Stelle zu sehen ist.

Wie der Verband der Kunstschaffenden die Einrichtung des Kunstkredits erwirkte, erläuterte das Stadtbuch 1987.

Im Bild: Münsterplatz 13, Ecke Münsterberg. Rechts ist Niklaus Stoecklins Eheverkündigungstafel zu sehen.

Bildquelle: Staatsarchiv Basel-Stadt, Foto: Bernhard Wolf-Grumbach, NEG 20964

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