Stadtgedächtnis seit 1879
Basler Kartengruss zum Wochenende Nr. 439
Im Eröffnungsjahr 1929 zeigte sich die Markthalle noch in ihrem ursprünglichen Zustand. Die gerundeten Seitenflügel waren damals noch dreigeschossig. Während diese Gebäudeteile auf beiden Seiten des Haupteingangs später eine weitere Etage erhielten, wuchs der Flügel an der Inneren Margarethenstrasse, ganz links im Bild, um zwei weitere Geschosse. Das mächtige Stahlbeton-Dach der genossenschaftlich organisierten Engros-Handelshalle für Gemüse – mit einem Durchmesser von 60 Metern und einer Höhe von 28 Metern – war damals die drittgrösste Stahlbeton-Kuppel der Welt. Ein besonderes Detail dieser modernen Konstruktion ist die selbsttragende und zugleich materialsparende Betondecke: Die acht Felder zwischen den acht Bögen sind nur 8,5 Zentimeter dick.
Die Gestaltung der Markthalle und ihrer Rahmenbauten geht auf den Architekten Hans Ryhiner und den Ingenieur Alfred Goenner-Smeykal zurück. Die Kuppel wurde nach dem patentierten ‹System Zeiß-Dywidag› der deutschen Firma Dyckerhoff & Widmann ausgeführt. Die Halle wurde bis 2004 als Umschlagplatz für Lebensmittel genutzt. In den Randbauten befanden sich zahlreiche Speditionen sowie das „Grand Restaurant Markthalle”. Seit 2010 steht die Markthalle unter kantonalem Denkmalschutz. Heute ist sie eine Food Hall und ein Kulturort, den mehr als eine Million Gäste pro Jahr besuchen.
Zum Umgang mit Bauten des 20. Jahrhunderts veröffentlichte das Stadtbuch 1988 einen lesenswerten Artikel, der hier online verfügbar ist.
Das Basler Stadtbuch wünscht allen ein schönes Wochenende!
Bildquelle: Basler Stadtbuch