Der Basler Totentanz verschwindet

Kulturfrevel am 5. und 6. August 1805, heute vor 220 Jahren: Mit dem Abriss der Umfassungsmauer des Friedhofs des ehemaligen Dominikanerklosters verschwanden auch die kunsthistorisch wertvollen Totentanz-Wandbilder. Der ursprüngliche Bilderzyklus stammte aus dem 15. Jahrhundert und wurde während der Zeit des Basler Konzils und womöglich von Konrad Witz ausgeführt. Er zeigt Gevatter Tod, der Menschen aller Stände heimsucht – eine in der Kunst des späten Mittelalters verbreitete Allegorie auf die Gleichheit aller Menschen im Tod. Die Wandbilder wurden mehrfach aufgefrischt und zum Teil ergänzt. Von 1770 bis 1773 fertigte Emanuel Büchel eine Kopie des Tanzes und der Verse mit Feder, Pinsel und Wasserfarbe an. Doch nur drei Jahrzehnte später war der 60 Meter lange und zwei Meter hohe Bildfries dem Untergang geweiht. Kunstfreunden gelang es immerhin, knapp zwei Dutzend Bild- und Textfragmente zu retten, die heute im Historischen Museum Basel verwahrt werden.
Die Abbildung zeigt eine zeitgenössische Darstellung der Abrissarbeiten im August 1805: Links ist die Predigerkirche (heute Christkatholische Kirche) zu sehen, in der Bildmitte befindet sich der benachbarte Laienfriedhof und rechts sind die Wohnbauten am Rhein zu erkennen.

Ein ausführlicher Rückblick auf den Basler Totentanz findet sich auf einer Webseite des Instituts für Historische Theologie der Universität Bern, die theologisch bedeutende Orte der Schweiz vorstellt.

Bildquelle: Universität Bern

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