Stadtgedächtnis seit 1879
‹Vélodrome de Bâle› auf dem Landhof
Aus einer Zeit, als sich auf dem Landhof noch nicht alles um den Ball aus Leder drehte: Vor 130 Jahren, am 11. August 1895, wurde das Vélodrome de Bâle eröffnet, ein bald weitbekannter Zirkus des Stahlrosses. Das erste Rennen bestritten die Fahrer Karl Käser, Eduard Meyer und Karl Schlotterbeck über eine Distanz von 4000 Metern. Lokalmatador Käser, der in der Folge noch unzählige Rennen auf dem Landhof gewinnen sollte, siegte mit einer Zeit von 7 Minuten und 9 Sekunden. Zu den weiteren Attraktionen zählte auch ein sportlicher Wettkampf zwischen Velozipedisten und einem Reiter. Dabei stellten sich die Mülhauser Radrennfahrer Jeannin und Nicot dem Amerikaner Cody, «The King of Cowboys», der beim Rennen über zweimal 25 Kilometer zehn Pferde einsetzte.
Sechs Jahre lang wurde der Landhof als Velodrome genutzt. Zwischenzeitlich nutzte der FC Basel 1893 das Innere der Rennbahn für kurze Zeit als Spiel- und Trainingsplatz. Im Jahr 1897 veranstaltete der Zirkus Sidoli im Velodrom Pferderennen und Radwettfahrten. Nach dem letzten Rennen am 25. August 1901 löste sich der Verein Basler Rennbahn auf. Die Holzpiste und die Zuschauertribüne wurden abgerissen und anstelle der Rennbahn wurde eine Kegelbahn unter freiem Himmel aus Zement gebaut. 1902 konnte der FCB wieder auf den Landhof zurückkehren.
Lektüreempfehlung: «Der Vormarsch des Velos», von Peter Schiess, Basler Stadtbuch 1981.
Im Bild: Eröffnungsrennen auf dem Vélodrome de Bâle am 11. August 1895.
Bildquelle: Sportmuseum Schweiz