Grosser Denker, grosser Schnauz

Am 25. August 1900, heute vor 125 Jahren, stirbt in Weimar im 56. Lebensjahr Friedrich Nietzsche. «Als ‹Abgott der ganzen jungen Philologenwelt› 1869 nach Basel als Ordinarius für griechische Sprache und Literatur an die Universität Basel berufen, entfaltete der stets mit dandyhafter Eleganz gekleidete Professor, ‹feurig, elastisch, selbstbewusst wie ein junger Löwe›, eine faszinierende Lehrtätigkeit. Sein philosophisches Gedankengut aber erweckte wegen seiner Angriffe gegen Religion und Christentum, mit denen er in seinem letzten in den Basler Jahren entstandenen Buch ‹Menschliches, Allzumenschliches› ganz unverhüllt hervortrat, auch den Unwillen der konservativen Bürgerschaft. Seines Lehramts müde und von Kopf- und Augenbeschwerden geplagt, verliess Nietzsche 1879 Basel. Durch ein Ruhegehalt seiner materiellen Sorgen enthoben, blieb der grosse Denker unserer Stadt zeitlebens eng verbunden.» (Eugen A. Meier)

Basel widmete dem Philosophen vor genau zehn Jahren einen zuvor namenlosen Brunnen an der Ecke Spalentorweg/Schützengraben. Nietzsches Arbeitsweg zur Universität führte an diesem Brunnen vorbei. Auf der Widmungstafel steht das Zitat: «Wir Freigebigen und Reichen des Geistes, die wir gleich offnen Brunnen an der Strasse stehn und es niemandem wehren mögen, dass er aus uns schöpft ...»

Unter den verschiedenen Nietzsche-Beiträgen im Basler Stadtbuch sei hier jener aus dem Jahr 1970 erwähnt, der 100 Jahre nach Antritt seiner Professur entstand. Bemerkenswert: Nietzsche war damals erst 24 Jahre alt.

Bildquelle: Universitätsbibliothek Basel, Foto: Friedrich Hermann Hartmann, UBH Portr DE Nietzsche F 1844, 2

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