Stadtgedächtnis seit 1879
In einer Stunde von Basel nach Delsberg
Vor der Eröffnung der Jurabahn war die Heerstrasse zwischen Basel und Delsberg stark von Pferdefuhrwerken frequentiert. Die Fuhrwerke waren beladen mit Roherz, Holz, Haussteinen und Gussröhren auf dem Weg nach Basel und mit Mehl, Gewürzen und Kolonialwaren auf dem Weg nach Delsberg. Am 25. September 1875, heute vor 150 Jahren, eröffnete die Bahngesellschaft Jura bernois die 37 km lange Strecke von Basel bis Delsberg. Am gleichen Tag wurde zudem der Bahnhof Delsberg feierlich eingeweiht. Die Reise von Basel nach Laufen dauerte damals nach regulärem Fahrplan rund eine Stunde.
Der «Birsbote» vom 25. September 1875 berichtete: «In romantischer Hinsicht übt die Bahn einen höchst angenehmen Eindruck auf den Reisenden aus. Oft zieht diese knapp zwischen die Birs und Felsfüssen oder die Strasse eingezwängt dahin, oft neben schroffen Felswänden vorbei und kaum aus der tiefen Nacht des Tunnels entstiegen über ansehnlich lange Brücken der Birs (von Gustave Eiffel!), die zur Regenzeit ihre mächtigen schlammigen Wellen rauschend dahinwälzt. Mit jeder Biegung des Thales zeigt sich dem Auge des Beschauers eine neue Natur-¬Composition: hoch aufsteigende Laub- und Tannwälder, aus denen einzelne mächtige verklüftete und verzackte Felsköpfe herunterschauen, wie sagenhafte Feenschlösser oder lange Felszüge, die ein weisses Diadem auf den grünen Berghäuptern bilden.»
Anlässlich «100 Jahre Eisenbahnlinie Basel–Delsberg» würdigte das Stadtbuch 1975 das Jubiläum.
Im Bild: Güterzug mit Dampflokomotive im Bahnhof Bärschwil, um 1975
Bildquelle: Photodienst SBB / Basler Stadtbuch 1975