Der alte Schlachthof im St. Johann

Mit ihrer Eröffnung am 1. Juni 1870 löste die zentrale Schlachtanstalt die öffentlichen Schlachthäuser an der Sporengasse 12, der Weissen Gasse 7 und der Unteren Rheingasse 1/3 ab. Ursprünglich umfasste das Gebäudeensemble zwischen Elsässerstrasse und Grossbasler Rheinbord beim St. Johanns-Tor 20 Schlachtzellen. Nach der Erweiterung im Jahr 1876 standen bereits 40 Zellen zur Verfügung, die von den Metzgern der Stadt und den Lohnmetzgern 16 Stunden pro Tag genutzt wurden. Zwischen 1898 und 1907 investierte der Kanton nochmals mehr als zwei Millionen Franken in neue Viehställe und Schlachtanlagen. So modern und hygienisch die Einrichtung im Vergleich war, so wurden doch noch bis 1911 sämtliche Arbeiten im Inneren bei Kerzenlicht ausgeführt.

Im Jahr 1972 wurde der alte Schlachthof geschlossen, die Bauten blieben noch bis 1980 stehen und die Villa des Verwalters hat sogar bis heute überlebt. Das Foto des verwaisten und verschneiten Areals entstand am 17. Dezember 1975, also vor 50 Jahren.

Auf dem Areal des ehemaligen Schlachthofs wurden Wohnbauten sowie das Alters- und Pflegeheim Johanniter errichtet. Die stillgelegte Alte Stadtgärtnerei in der Nachbarschaft wurde nach ihrer Besetzung Mitte der Achtzigerjahre ebenfalls nicht unmgenutzt, sondern abgerissen. An ihrer Stelle entstand bis 1992 der St. Johanns-Park.

Das Basler Jahrbuch 1949 beschreibt den harten Arbeitsalltag im Schlachthof in einem überaus plastischen Bericht.

Bildquelle: Staatsarchiv Basel-Stadt, Foto: Hans Bertolf, BSL 1013 1-7056 1

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