Brand in der Handziegelei Oberwil

Während mehr als 100 Jahren produzierte die 1894 gegründete Mechanische Ziegelei in Oberwil Backsteine aus regionalem Lehm. Gegründet wurde die Handziegelei mit Feldofen vom bekannten Sozialpolitiker und Nationalrat Stefan Gschwind mit dem Ziel, arbeitslosen Gemeindeeinwohnern eine Beschäftigung zu geben. In der Nacht auf den 18. April 1949 vernichtete ein Grossbrand die gesamte Fabrikationsanlage. Bereits 13 Monate später konnte die Produktion wieder aufgenommen werden. Mit einer Belegschaft von 65 Männern wurden jährlich rund 10 Millionen Backsteine hergestellt.

In den 1990er-Jahren lag die Kapazität bei 15 Millionen Backsteinen pro Jahr, allerdings bei einer stark reduzierten Belegschaft von noch 11 Mitarbeitenden. Aufgrund des dramatischen Zerfalls der Erlöse aus der Backsteinproduktion wurde der Betrieb Ende 1997 eingestellt. Bereits in den Jahren zuvor waren Teile der Fabrik in Atelier- und Gewerberäume umgewandelt worden. Heute arbeiten mehr als 100 Kulturschaffende und Gewerbetreibende in Ateliers, Büros und Werkstätten auf dem Areal. Auch ein öffentlicher Kindergarten, eine internationale Privatschule und ein Quartierladen sind in die ehemalige Fabrik eingezogen.

Im Basler Stadtbuch 1997 veröffentlichte Brigitte Frei-Heitz ein ‹Plädoyer für die Industriekultur›. An verschiedenen Beispielen zeigt sie auf, wie ehemalige Fabriken neuen Nutzungen zugeführt werden können.

Bildquelle: Archiv Ziegelei Oberwil

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