Letzter Zug vor 125 Jahren

«In der Nacht vom 11. zum 12. fuhr der letzte Eisenbahnzug auf der alten Linie nach St. Ludwig. In früher Morgenstunde erfolgte der Anschluss der neuen Geleise an den Bahnhof. Am 12. ging schon der ganze Verkehr über die neue umgelegte Linie. Schon am 13. waren fleissige Arbeiter daran, das Westende des Centralbahnhofs abzugraben.» (Basler Chronik, 11. Mai 1901) Bereits am 6. Mai 1901, nach beinahe dreijähriger Bauzeit, war die neue doppelspurige Geleiseanlage erstmals befahren worden. Ein festlich besetzter Erstklasswagen, gezogen von zwei Lokomotiven und begleitet von zahlreichen Würdenträgern, eröffnete die Strecke.

Zwischen 1860 und Mai 1901 führte die Elsässerbahn von Saint-Louis über den Burgfelderplatz und die Kannenfeldstrasse direkt zum damaligen Bahnhof der Schweizerischen Centralbahn, dem heutigen Bahnhof SBB Basel. Die politischen Umbrüche Europas spiegelten sich auch im Besitz der Strecke wider: Von 1871 bis zum Ersten Weltkrieg lag sie in den Händen der Reichseisenbahnen in Elsass-Lothringen. Nach 1918 ging sie mit der Rückgliederung der Region an Frankreich in das Eigentum des Réseau ferroviaire d’Alsace-Lorraine über.

Einen weiteren bedeutenden Modernisierungsschub brachte das Jahr 1957 mit der Elektrifizierung durch die Französische Staatsbahn. Sie beendete die Ära der dampfbetriebenen Züge und verbesserte die Luftqualität in der Stadt deutlich.

Um den wachsenden Anforderungen des Güterverkehrs gerecht zu werden, passt die SBB das Profil der Elsässerbahn in Basel bis voraussichtlich 2029 an. Künftig sollen auch Güterzüge mit Sattelaufliegern von vier Metern Eckhöhe diese Verbindung nutzen können. Parallel dazu werden die Streckengleise sowie die Birsigbrücken umfassend instandgesetzt.

Unter dem Titel ‹Anschluss an die Welt› beleuchtet das Basler Stadtbuch 1994 diese Pionierphase der Schweizer Eisenbahngeschichte und ihre Bedeutung für die Entwicklung Basels.

Im Bild: Gleisanlagen mit Lokomotive und Waggons bei der Schützenmatte; links im Hintergrund das Bahnwärterhäuschen am Weiherweg, rechts der Garten des Restaurants Schützenhaus.

Bildquelle: X

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