Lichterlöschen im Kino ‹Rex›

Lichterlöschen im Kino ‹Rex›, einem der letzten grossen Cinemas in der Steinen: «Kino Rex schliesst endgültig. Wegen Zuschauerschwunds schliesst die Betreiberin Kitag AG die beiden Säle des Filmhauses in der Steinenvorstadt. Es wurde 1937 unter dem Namen ‹Cinebref› eröffnet und 1986 als Duplex neu erbaut. Damit erleidet das ‹Rex› dasselbe Schicksal wie seit 2013 die Kinos ‹Hollywood›, ‹Eldorado› und ‹Plaza›.» (Basler Chronik, 5. Januar 2020)

Die Vorführungen im ‹Cinébref› begannen jeweils morgens um 10 Uhr und dauerten bis Mitternacht. Auf dem Programm standen Wochenschauen, Dokumentarfilme und Unterhaltungsfilme für ein breites Publikum. Entworfen von den Architekten Oskar Meyer und Albert Loher, bot das Kino ursprünglich 560 Sitzplätze auf Parkett und Balkon. 1939 erfolgte die Umbenennung in ‹Rex Cinema›; fortan dominierten Spielfilme das Programm. Eine Totalrenovation folgte 1966.

1984 wurde das Gebäude abgerissen und ein Wohn- und Geschäftshaus mit einem Zweisaalkino mit 325 und 210 Plätzen errichtet, realisiert von Carabelli Architekten. Als letzter Film lief vor fünf Jahren ‹Star Wars: Der Aufstieg der Skywalkers› auf der Leinwand.

Nach einer Phase des Leerstands und verschiedener Zwischennutzungen wurden die ehemaligen Kinosäle für rund 4,5 Millionen Franken in zwei Gastronomieflächen umgebaut. Heute befinden sich an der Steinenvorstadt 29 die amerikanische Burgerkette Black Tap Switzerland aus New York sowie das Hühnchen-Restaurant Kentucky Fried Chicken.

Lesenswert ist der elfseitige Beitrag ‹Veränderungen im Basler Kinoleben› im Basler Stadtbuch von 1979. Der Autor Bruno Jaeggi analysiert darin präzise und kenntnisreich die damalige Basler Kinolandschaft – auch im nationalen Vergleich.

Im Bild: Die Steinenvorstadt als Kinomeile im Juli 1958. Rechts die Leuchtreklame des Kinos Eldorado, am Ende der Strasse das Signet des Rex.

Bildquelle: Staatsarchiv Basel-Stadt, Foto: Peter Moeschlin, BSL 1022 KT 421

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