Stadtgedächtnis seit 1879
Geburtsstunde der ‹Blaggedde›
Eine Anstecknadel und eine Medaille – das waren im Januar 1911 die ersten Basler Fasnachtsabzeichen. Das wenige Monate zuvor gegründete Fasnachts-Comité ging mit dem Verkauf offizieller Abzeichen neue Wege. Der wirtschaftliche Erfolg einer öffentlichen Spendensammlung der Pestalozzi-Gesellschaft im Vorjahr regte das Fasnachts-Comité an, Metallabzeichen herzustellen und zu verkaufen. Sie wurde rasch zu einem festen, heute untrennbaren Bestandteil der Basler Fasnacht. Zuvor hatten Mitglieder der Vereine Quodlibet und Wurzengraber-Kämmerli die Aufgabe übernommen, Geld für das fasnächtliche Treiben einzusammeln.
Für die Fasnacht 1911 wurden 10'200 Anstecknadeln zum Verkaufspreis von 30 Rappen sowie 12'400 Medaillen mit Bändchen für 50 Rappen hergestellt. Die Hälfte des Erlöses floss an das Comité, die andere Hälfte kam der Ferienversorgung armer Kinder zugute.
Seit 1939 werden die Basler Fasnachtsplaketten von der René F. Müller AG produziert. Das Unternehmen wurde 1920 von Felix Müller gegründet und besteht heute in vierter Generation. Auch für die Fasnacht 2026 prägt die Traditionsfirma die Plaketten. Das diesjährige Sujet mit dem Motto «Blyyb verspiilt» stellt die Energie und Kraft ins Zentrum, die Kinder und Jugendliche der Basler Fasnacht während der drei scheenschte Dääg schenken. Gestaltet wurde die Plakette vom Künstler Orlando.
Mit der Rolle und Wahrnehmung des Fasnachts-Comités setzt sich ein Stadtbuch-Artikel aus dem Jahr 2010 auseinander. Unter dem vielsagenden Titel «Wenn y’s nur scho see, das Comité» beleuchtet er die nicht immer spannungsfreie Beziehung zwischen der Basler Institution und der Öffentlichkeit.
Im Bild: Fräsen eines Modells für die Fasnacht im Jahr 1956
Bildquelle: Staatsarchiv Basel-Stadt, Foto: Hans Bertolf, BSL 1013 1-820 1