Stadtgedächtnis seit 1879
Treue Dampfspritze der Berufsfeuerwehr
Zwanzig Jahre, von 1905 bis 1925, erfüllte die Dampfspritze «Basilisk II» der ständigen Feuerwache Basel ihren Zweck. Beim Einsatz vor 100 Jahren, am 17. Juli 1925, dürfte es sich um einen der letzten gehandelt haben: «Kurz nach 1 Uhr nachmittags bricht ein orkanartiges ½stündiges Gewitter mit Hagelschlag von selten erlebter Heftigkeit los. Die innere Stadt wird infolge Verstopfung der Dohlen überschwemmt, während weiter aussen, vor allem im Gundeldingerquartier, der Hagel Schaden stiftet. Zur Entleerung der tief unter Wasser stehenden Keller wird die Dampfspritze verwendet. Die zahlreichen Blitzschläge richten zum Glück nur an den Telephon- und Starkstromleitungen ernstlichen Schaden an.» (Basler Chronik).
Die Dampfspritze wurde 1905 von der Wagenbauanstalt & Waggonfabrik Hamburg/Bautzen hergestellt. Der Anschaffungspreis für das 5,3 Tonnen schwere, selbstfahrende Gerät mit einer Maximalgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern betrug 15'830 Franken. Nachdem sie zwanzig Jahre lang ihren Dienst als Dampfspritze erfüllt hatte, diente sie noch vier Jahre lang als Wasserversorgung für Strassensprengwagen. Im Jahr 2019 wurde die Dampfspritze nach einer aufwändigen Restaurierung der Öffentlichkeit vorgestellt. Sie gilt als die älteste funktionierende Dampfspritze der Welt und zählt zu den herausragenden historischen Objekten des Feuerwehrmuseums Basel.
Die erste Dampfspritze des Pompierkorps Basel, die von Major Joseph Schetty, dem Kommandanten der Feuerwehr, aus England beschafft und gestiftet wurde, war von 1875 bis 1905 mit Pferdezug in Betrieb.
Unter dem Titel «Von der Dampfspritze zur modernen Feuerwehrtechnik» zeichnete das Stadtbuch 1982 die Geschichte der Stadtbasler Berufsfeuerwehr nach.
Im Bild: Fahrzeuge der Basler Feuerwehr und Mannschaft besteht heute aus 21 Männern (mit Schnäuzen und dem Chef der Feuerwache (Hauptmann Rudolf Horner, mit Spitzbärtchen).
Bildquelle: Fondation Herzog, Basel