Stadtgedächtnis seit 1879
Ein Löwe (kurz) in Basel – vor 400 Jahren
Vor exakt 400 Jahren: «Am 3. December 1625 wird ein Löwe aus Affrica in der Gastherberg zur Gilge, alhie an Kätten gefesslet, gezeigt. Als Jacob Burckhardt, ein Knab von 13 Jahren, Lust hat, denselbigen zu besehen und ihm Speisen zuwirft, erwitscht der Löwe das Knäblein mit seinen grausamen Clauen ganz erbärmlich und beisst ihm mit seinen vier grössten Stockzehnen in den Kopf, das Angesicht und das Genick durch die Hirnschalen, dass also bald das Hirn hinaustropft. Darüber schreit das Knäblein um Hülf, so dass es durch sonderbare Fürsehung Gottes von Herrn Jeremias Fäsch dem grimmigen zornigen Löwen aus dem Rachen gerissen werden kann. Als dann der Meister mit einer eysenen Mistgablen, auch der Löwenbub mit einem Prügel, dermassen auf den Löwen einschlagen, lässt dieser vom Knäblein ab. Es wird aber zugleich eine solche Furcht unter die Umstehenden gebracht, dass etliche junge Knaben samt einem Hund hinden hinaus in den Birsick springen. Hernach ist das Knäblein mit verwunderlichem Verstand und Geduld seliglich in Gott entschlafen und zu St. Martin begraben worden. Der Löwe ist indessen von Raths wegen zur Statt hinaus gebotten worden.» Quelle: Basler Almanach
Im Bild: Kupferstich nach Hans Heinrich Glaser, 1625
Bildquelle: Staatsarchiv Basel-Stadt, BILD Falk. A 498