Die letzte Basler Gaslaterne

1852 eröffnete der elsässische Ingenieur und Unternehmer Gaspard Dollfuss an der Binningerstrasse, vor dem Steinentor, die erste Gasfabrik Basels. Dollfuss war vertraglich verpflichtet, den Bau der Leitungen sowie den Betrieb und Unterhalt von 437 Gaslaternen und zusätzlich 15 Öllampen sicherzustellen. Nach Ablauf des Vertrags im Jahr 1868 übernahm die Stadt Basel die Gasversorgung und die Strassenbeleuchtung.

Um 1872 zählte man in der Innenstadt und in den neu entstehenden Aussenquartieren bereits rund 700 Laternen, 1915 waren es insgesamt 3713. Jede einzelne Laterne musste abends von Hand angezündet und morgens gelöscht werden. Die Gasmänner begannen ihre Rundgänge daher schon früh, um sicherzustellen, dass bei Einbruch der Dunkelheit sämtliche Laternen brannten. Neben dem Anzünden gehörten auch die Reinigung und die Wartung der Laternen zu ihren Aufgaben.

Mit der Einführung der elektrischen Beleuchtung wurden die Laternenanzünder allmählich überflüssig. Schliesslich wurde 1929 die vermeintlich letzte Gaslaterne abmontiert. Die letzte Gaslaterne fotografierte der Pressefotograf Hans-Bertolf aber an der Thiersteinerallee am 3. März 1954 vor dem Eingang des Kohlen Kobi.

Unter dem Titel ‹150 Jahre Gas in Basel› zeichnet Anne Kunz im Basler Stadtbuch 2002 die Entwicklung der Gasversorgung nach – von den Anfängen mit Kohlegas bis hin zum Erdgas.

Bildquelle: Staatsarchiv Basel-Stadt, BSL 1013 1-539 1

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