Stadtgedächtnis seit 1879
Gedenken an einen Königsmord
Am 29. Juli 1900 verübte der Anarchist Gaetano Bresci in Monza ein Attentat auf den italienischen König Umberto I., der sich in der Stadt aufhielt, um eine Sportveranstaltung zu besuchen. Dieser starb noch am selben Tag. Im Mai 1898 kam es in Mailand aufgrund gestiegener Weizenpreise zu Protesten. Als die Demonstranten auf den königlichen Palast zumarschierten, liess General Bava Beccaris das Feuer auf sie eröffnen. König Umberto I. zeichnete den General für seine Tapferkeit aus. Dies gab Bresci später als sein Tatmotiv an.
Am 7. August fand in Basel ein Gottesdienst in der Marienkirche statt: «Die hiesige italienische Kolonie veranstaltet in der Marienkirche ein feierliches Requiem für den am 29. v. M. von dem Anarchisten Gaetano Bresci in Monza ermordeten König Umberto I. von Italien. Es wohnen ihm Vertreter der Kantonsregierung und die hier domizilierten Konsuln fremder Staaten bei.» (Basler Chronik).
Gaetano Bresci wurde nach der Tat verhaftet, vor Gericht gestellt und am 29. August 1900 zu schwerer Zwangsarbeit im Gefängnis auf der Insel Santo Stefano verurteilt. Dort wurde er am 22. Mai 1901 tot in seiner Zelle aufgefunden. Laut offizieller Darstellung beging er Suizid. Sowohl die Häftlingsakte als auch die Prozessakten sind unauffindbar und gelten als verschwunden.
Über «Königs- und Kaiserbesuche in Basel» berichtete Gustav Wanner im Stadtbuch 1980.
Im Bild: Die Ermordung von König Umberto I. von Italien, Lithografie.
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