Stadtgedächtnis seit 1879
Ein Biergarten nahe der Aeschenvorstadt vor 140 Jahren
«Der Wirth der sogenannten ‹alten bayrischen Bierhalle› in der Steinenvorstadt eröffnet einen Biergarten im Sternengässchen, der sofort einen grossen Zulauf erlebt.» (Basler Chronik, 25. Mai 1886)
Der Inhaber Franz Bühler bot ‹reelle Landweine›, ‹feine Küche› und Münchner Franziskaner der Leist-Brauerei. Im Biergarten fanden regelmässig Veranstaltungen statt. So gastierte beispielsweise das ‹Thuner & Andermatter Orchester› mit 26 Mann am Sonntag, 8. Juni 1890, bei Bühler. Wenige Wochen darauf veranstaltete der Verein Thier- und Naturfreunde eine zoologische Ausstellung.
Das Sternengässchen lag früher in der Gegend der heutigen Aeschenvorstadt in Basel. Es war eine kleine Seitengasse hinter dem historischen Gasthof Gasthof zum Goldenen Sternen. Bis 1919 hielt das Tram zwischen Handelsbank und Aeschenplatz an der aufgehobenen Haltestelle ‹Sternengässlein›.
Anfang der 1990er-Jahren teilten internationale Konzerne den Schweizer Biermarkt unter sich auf – es drohte der Einheitsgeschmack, auch in Basel. Als Reaktion darauf entstanden erste Kleinbrauereien wie die Unser Bier AG. Das war der Auftakt zu einem regelrechten Boom. Nachzulesen im Stadtbuch 2014 unter dem Titel ‹In Basel braut sich einiges zusammen›.
Im Bild: Bühlers Biergarten im Sternengässlein.
Bildquelle: Staatsarchiv Basel-Stadt, Verfertiger: Gebr. Bossert, BILD 2, 1457