Das Stadttheater als gesellschaftliches Forum

Die 68er-Bewegung findet im Basler Stadttheater ihren Raum. Das Foto vom 26. November 1968 zeigt das bis auf den letzten Platz gefüllte Theater, das in dieser Zeit zum politischen und gesellschaftlichen Forum geworden war. An diesem Abend wurde über die Zukunft der Universität diskutiert, von der die Studentinnen und Studenten grundlegende Reformen forderten.

Die Zeit war geprägt von einer «tiefergehenden Neugestaltung», einer «veränderten Geisteshaltung» und einem «neuen Selbstverständnis» der Uni. Im Fokus stand auch ein gesetzlich verankertes Mitspracherecht der Studierenden, das zuvor kein Thema gewesen war. Und weiter hiess es: «Will die Universität ihrer neuen Funktion in der Gesellschaft gewachsen sein und dennoch ihrem eigentlichen Wesen treu bleiben, so wird sie nicht darum herumkommen, einen großen Teil ihrer dem 19. Jahrhundert entstammenden Einrichtungen den Gegebenheiten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts anzupassen, überkommene Idealvorstellungen zu überdenken und ausgehöhlte Grundsätze mit neuem Sinn zu füllen.»

Im Beitrag ‹Studenten, Studium und Universitätsreform› nimmt das Basler Stadtbuch 1968 den Ist-Zustand unter die Lupe und analysiert das «neu gewachsene Hochschulbewusstsein».

Im Dossier ‹Fünfzig Jahre nach 1968 – ein Jubiläum› blickt die Basler Journalistin und Politikerin Linda Stibler (1938–2024) als Zeitzeugin auf die bewegte Epoche zurück.

Bildquelle: Staatsarchiv Basel-Stadt, Foto: Hans Bertolf, BSL 1013 1-3943 1

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