Stadtgedächtnis seit 1879
Zankapfel Flughafen
Vor wenigen Tagen meldete der EuroAirport Rekordzahlen für den Flugverkehr. Während der Sommerferien nutzten mehr als 2,4 Millionen Fluggäste den Flughafen, 9 Prozent mehr als Vorjahr.
Die Geschichte des EuroAirports reicht zurück bis ins Jahr 1946, als der provisorische Flughafen auf französischem Boden eingeweiht wurde. Das Foto zeigt eine «Elsässerdemonstration gegen den Flughafenausbau» am 18. September 1971 auf dem Basler Marktplatz. Doch die Diskussionen um den Ausbau des binationalen Flughafens Basel-Mulhouse begannen schon früher. So erfuhr man am 13. Februar 1969 aus den Antworten des Regierungsrates auf eine Interpellation, dass eine Pistenverlängerung in absehbarer Zeit für die Entwicklung des Flughafens unerlässlich sei. Am 18. Mai 1971 reichte die Partei der Arbeit das Referendum gegen die geplante Pistenverlängerung ein. Zwei Wochen später erörterten die Regierungen beider Basel die Probleme, die der Ausbau hervorrufen könnte.
Am 26. September kam es schliesslich zur Abstimmung. «Der Grossratsbeschluss betraf eine Ausgabe von 17 Millionen Franken für die Verlängerung der Flughafenpiste von 2370 auf 4000 Meter. Die Verlängerung der Hauptpiste war Voraussetzung für den angestrebten aussereuropäischen Flugverkehr. Der Regierungsrat versprach, dass die Pistenverlängerung den Fluglärm reduziere. Die Umweltschutzorganisationen wollten aber zuerst die Flughafen-Nachtruhe verbürgt haben. Weitere gegnerische Stimmen fanden einen dritten Schweizer Flughafen unnötig.» (www.baselvotes.ch)
Der Ausbau wurde damals abgelehnt, doch die Ausbauschritte folgten später in mehreren Etappen, nachdem eine weitere Abstimmung im Jahr 1976 die Modernisierung befürwortet hatte.
Das Basler Stadtbuch berichtete 1989 in aller Kürze über den EuroAirport.
Bildquelle: Staatsarchiv Basel-Stadt, Foto: Hans Bertolf, BSL 1013 1-5174 1