Stadtgedächtnis seit 1879
Die Schlacht bei Grandson
Der Basler Münsterkaplan Johannes Knebel vermerkte am 14. März 1476 die Heimkehr der Basler Truppen von Grandson am Neuenburgersee mit reicher Siegesbeute. Er berichtete von zwei grossen Bombarden – schwere Pulvergeschütze – die mit dem Wappenschild des burgundischen Herzogs versehen waren. Bei der Rückkehr der Basler wurden der Bevölkerung die Geschütze präsentiert. Ebenso zeigte man das eroberte Banner der Stadt Avignon sowie weitere achtzehn Fähnlein. Basel hatte in der Schlacht keine Gefallenen und nur wenige Verwundete zu beklagen; der Anteil der Stadt an den Beutegeldern belief sich auf 251 Gulden.
Die Schlacht bei Grandson zählt zu den berühmtesten und folgenreichsten Auseinandersetzungen in der Geschichte der Eidgenossenschaft. Am 19. Februar 1476 belagerte die Armee Karl des Kühnen die kleine Stadt Grandson, deren mächtige Burg von einer starken Berner Garnison verteidigt wurde. Unter dem Oberbefehl von Peter Rot zogen die Basler gegen Herzog Karl den Kühnen ins Feld. Innerhalb von drei Tagen verliessen im Februar 1476 rund 600 Fussknechte, 100 Handbüchsenschützen, 60 Reisige, 200 sogenannte Freiheitsknaben sowie über 300 Pferde mitsamt umfangreichem Kriegsgerät die Stadt Basel in Richtung Grandson. Am 2. März 1476 fügten die eidgenössischen Truppen den Burgundern eine vernichtende Niederlage zu. Das hastig verlassene burgundische Lager fiel den Eidgenossen in die Hände und bescherte ihnen eine ausserordentlich reiche Beute.
Weiterführende und aufschlussreiche Informationen zu den erhaltenen Waffenbeständen des alten Basler Zeughauses – darunter auch Stücke aus der Burgunderbeute – finden sich im Basler Jahrbuch 1957.
Im Bild: Die Schlacht bei Grandson am 2. März 1476 in der Luzerner Chronik des Diebold Schilling, 1513, zeigt das Heranrücken der eidgenössischen Hauptmacht mit ihren Bannern. Wer entdeckt den Baselstab?
Bildquelle: Luzerner Chronik des Diebold Schilling, 1513