Stadtgedächtnis seit 1879
Gotteshaus mit Geschichte
«Nach gründlicher Renovation und teilweiser Neugestaltung der Fassaden hält die Christkatholische Gemeinde Einzug in der neuen Predigerkirche und feiert mit Bischof Eduard Herzog den ersten Gottesdienst.» (Basler Almanach für den 23. September 1877)
Die Christkatholische Kirche / Predigerkirche am Totentanz blickt auf eine wechselvolle Vergangenheit zurück. Ihr Bau – ursprünglich als Klosterkirche des Dominikanerordens errichtet – ist für die Jahre 1233 bis 1237 belegt. Nur ihr Chor überstand das Basler Erdbeben von 1356 weitgehend unbeschädigt, während die anderen Teile der Kirche im gotischen Stil wiederaufgebaut wurden. Ab 1614 diente das Kirchenschiff der französischsprachigen reformierten Gemeinde. In den Jahren 1692 bis 1836 nutzte die Universität Basel den ehemaligen Klostergarten als Botanischen Garten. Ab 1684 lagerte man im Chor Früchte und Salz, bevor der Kanton das Gotteshaus in den Jahren 1876/1877 renovierte und der christkatholischen Gemeinde übergab, die es bis heute nutzt.
Berühmt ist der Basler Totentanz, eine spätmittelalterliche Folge von Bildern, die sich auf der Innenseite der 20 Meter langen und zwei Meter hohen Friedhofsmauer der Predigerkirche befand. Als Schöpfer dieses «Memento mori» vermutet man Konrad Witz oder dessen Schule. Zwar überlebte der Totentanz den Basler Bildersturm von 1529, dennoch ging er verloren, da die Einfassung des Friedhofs im August 1805 abgerissen wurde. Kunstfreunde konnten damals rund zwei Dutzend Bruchstücke retten, die heute im Historischen Museum Basel aufbewahrt werden.
August Bernoulli berichtete im Basler Jahrbuch 1885 über ein Wandgemälde in der Predigerkirche.
Bildquelle: Staatsarchiv Basel-Stadt, AL 45, 4-21