Die Spiegelgasse – gestern und heute

Vor zehn Jahren machte der Grosse Rat den Weg frei für den Neubau des Amtes für Umwelt und Energie an der Spiegelgasse: «Der Grosse Rat spricht mit 59 gegen 30 Stimmen einen Baukredit in Höhe von 16 Mio. Franken für den Neubau des Amtes für Umwelt und Energie (AUE) an der Spiegelgasse. Im Vorfeld gab es kontroverse Diskussionen zu diesem ‹Leuchtturmprojekt›, vor allem wegen zu hoher Baukosten, der geringen Raumeffizienz und dem Standort in der Innenstadt.» (Basler Chronik, 6. Januar 2016).

Bürgerliche Parteien ergriffen das Referendum gegen den geplanten, 25 Meter hohen Verwaltungsturm beim Fischmarkt. Im Juni 2016 votierten 51,07 Prozent der Wählerinnen und Wähler für den Neubau. Gerade einmal 1117 Stimmen gaben bei einer Stimmbeteiligung von 52,66 Prozent den Ausschlag.

Im Zuge der Abbrucharbeiten stiessen Mitarbeitende der Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt auf Reste mittelalterlicher Mauern. Diese stammen aus der Zeit zwischen 1000 und 1300 und deuten auf ein bedeutendes, am Birsig gelegenes Gebäude hin.

Im Herbst 2021 wurde das neue, achtgeschossige Domizil des Amts für Umwelt und Energie für rund 70 Mitarbeitende fertiggestellt. Der Bau on Jessen Vollenweider Architektur wird als Vorzeigeprojekt für nachhaltiges Bauen gepriesen. Die Baukosten mussten allerdings um weitere 2,35 Millionen Franken erhöht werden.

Bild 1: An der Spiegelgasse 15 stand bis 1960 das ‹Haus zur Meerkatz› mit dem gleichnamigen Restaurant. Die Fotografie entstand um 1934. Am rechten Bildrand ist der Torbogen des 1908 eröffneten Börsengebäudes am Fischmarkt zu sehen, in dem sich bis heute unter anderem eine Coop-Filiale befindet.

Bild 2: Aussenansicht des Neubaus des AUE an der Spiegelgasse.

Ausgrabungen zeigen, dass die Gegend um Petersberg und Fischmarkt bereits in der Frühgeschichte besiedelt war. Im 11. und 12. Jahrhundert arbeiteten hier die Gerber, die Birsig und Rümelinsbach nutzten. ‹Die Gerber zu Basel› waren Thema im Basler Stadtbuch 1992. Anlass für den Beitrag war das 750-Jahr-Jubiläum der E.E. Zunft zu Gerbern.

Bildquelle: links: Staatsarchiv Basel-Stadt, Fotoarchiv Wolf, NEG 4400 / Rechts: Foto Philip Heckhausen

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