Brand am Nadelberg bei –18 Grad

Am 18. Februar 1956 brach im Magazingebäude am Nadelberg 25 ein Grossbrand in einem Pneulager aus. Bei Temperaturen von bis zu minus 18 Grad kämpften rund 150 Feuerwehrleute mit 32 Schlauchleitungen gegen die Flammen. Dichter, beissender Rauch, die schmale Strasse, die den Zugang der Löschfahrzeuge stark erschwerte, sowie das Löschwasser, das auf der Strasse sofort zu einer dicken Eisschicht gefror oder teilweise bereits beim Austritt aus den Schläuchen erstarrte, behinderten die Brandbekämpfung erheblich.

Die Basler Chronik hielt das Ereignis fest: «Am Nadelberg 25 bricht am frühen Nachmittag ein grosses Schadenfeuer aus, das erst nach einigen Stunden einigermassen eingedämmt werden kann und das in der Folge noch während mehrerer Tage die Aufmerksamkeit einer ständigen Brandwache beansprucht. Der Schaden wird auf rund zwei Millionen Franken geschätzt.» Die Feuerwehr konnte eine Ausbreitung des Feuers in der Altstadt verhindern, Verletzte gab es keine. Der Feuerwehreinsatz dauerte noch bis zum 27. Februar 1956 an.

Das bei den Löscharbeiten eingesetzte Wasser überflutete unter anderem den Keller des Spalenhofs, Spalenberg 12. Bei einer Besichtigung des Schadensausmasses kamen die Presseleute Noldi Köng und Peter Bader auf die Idee, dass sich dieser grosse Kellerraum – in dem zuvor Käselaibe gelagert worden waren – hervorragend für Theateraufführungen eignen könnte. Diese Überlegung sollte weitreichende Folgen haben: Am 27. November 1957 eröffnete Roland Rasser in diesem Keller das ‹théâtre fauteuil›, Theater Fauteuil und Tabourettli.

Der Brand löste zudem eine breite Debatte über den baulichen Zustand und die Sanierungsbedürftigkeit der Altstadt aus. Besonders die Liegenschaft Rosshof rückte dabei ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Die Proteste gegen den geplanten Abriss des Rosshofs fanden ihren Niederschlag im Stadtbuch 1962.

Im Bild: Brand am Nadelberg, 18. Februar 1956

Bildquelle: Staatsarchiv Basel-Stadt, Foto: Hans Bertolf, BSL 1013 1-828 1

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