Vor 200 Jahren: Das Stadtcasino wird eröffnet

Heute vor 200 Jahren, am 3. Februar 1826, weihte die Casino-Gesellschaft Basel am Barfüsserplatz feierlich ihr erstes Stadtcasino ein. Das zwischen Barfüsserplatz und Steinenberg gelegene Grundstück hatte die Regierung unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Möglich geworden war der Bau durch den Abbruch der Befestigungsanlagen am unteren Steinenberg vier Jahre zuvor.

Das Stadtcasino entstand nach Plänen des damals noch sehr jungen Architekten Melchior Berri. Ausgeführt wurde der Bau von den Maurermeistern Achilles Huber und Remigius Merian sowie den Zimmermeistern Christoph Eglin und Franz Gessler. Fortan versammelten sich die Mitglieder der Casino-Gesellschaft jeden Sonntag im Konzertsaal im ersten Stock, um Werke von Mozart, Beethoven oder Rossini zu hören. Die Sitzordnung spiegelte die gesellschaftlichen Konventionen der Zeit: Die wohlhabenden Damen nahmen rechts Platz, die Frauen des Mittelstandes links.

Drei Jahrzehnte später erwies sich der Konzertsaal als zu klein. 1856 wurde er deshalb von Johann Jakob Stehlin dem Jüngeren erweitert und umgebaut. Mit dem Abriss des ersten Casinobaus im Jahr 1938 endete ein prägendes Kapitel der Basler Kulturgeschichte. Am 16. Dezember 1939 eröffnete an gleicher Stelle das neue Stadtcasino Basel, entworfen von den Architekten Kehlstadt und Brodtbeck. Ein drittes Stadtcasino blieb hingegen unrealisiert: Im Sommer 2007 lehnte die Basler Stimmbevölkerung ein Projekt von Zaha Hadid Architects ab.

Zur Geschichte des Stadtcasino Basel erschien 2020 ein Stadtbuch-Dossier mit einem Leitartikel von Esther Keller.

Im Bild: Steinenberg mit Stadtcasino und Musiksaal, im Hintergrund der Schilthof

Bildquelle: Staatsarchiv Basel-Stadt, Foto: Adam Borbéry Varady, BILD 2, 879

Teilen