Stadtgedächtnis seit 1879
Der Bischof anerkennt die Zunft zu Metzgern
Am 2. Juni 1248 setzte der Bischof von Basel, Ludwig von Rötteln, ein Zeichen: Er überreichte den Metzgern der Stadt ihren Stiftungsbrief. Im Einvernehmen mit dem Rat des Domkapitels bestätigte er damit die von den Metzgern ausgearbeitete Ordnung und erkannte ihre Gemeinschaft offiziell als Zunft an.
Von diesem Zeitpunkt an war die Ausübung des Metzgerhandwerks an klare Regeln gebunden. Wer in diesem Gewerbe tätig sein wollte, musste sich der Zunftordnung unterstellen. Die in der Stiftungsurkunde festgehaltenen Vorschriften konzentrierten sich vor allem auf den Fleischhandel. So war es den Metzgern vorgeschrieben, ihre Waren ausschliesslich in einer der drei städtischen Schoolen anzubieten.
«Basel het e großi School,
Wo d’Metzger nie versume,
Im Fleisch e Druck z’gä uf der Wog
Mit ihrem große Dume.»
Lokalpoet Philipp Hindermann in den 1850er-Jahren
Im Bild: Ansicht der alten School an der Sporengasse [Nr. 12] und Zunfthaus zu Metzgern [Nr. 10], gleich rechts daneben. Aquarell von Johann Jacob Schneider, 1869, Die grosse School an der Sporengasse ist seit 1317 nachgewiesen. 1423 erwarb die Metzgernzunft das rechts anschliessende ‹Haus zum Regenbogen› und richtete dort ihre Zunftlokalitäten ein.
Mit dem Bau des neuen Schlachthofs an der Elsässerstrasse in den Jahren 1868/69 nahte das Ende des Fleischverkaufs in den Scholen und auch des Hauses der Metzgernzunft. Das Zunfthaus wurde an die Stadt verkauft und im Zuge der Erweiterung des Marktplatzes abgebrochen. Kurz darauf verschwand auch die benachbarte Schole. Damit endete ein über Jahrhunderte gewachsenes Kapitel Basler Stadt- und Handwerksgeschichte.
Über die Metzgernzunft und das Metzgergewerbe im alten Basel schrieb Yon Paul Koelner im Basler Jahrbuch 1938.
Wissenswertes zum Namen School findet sich im Jahrbuch 1888.
Bildquelle: Staatsarchiv Basel-Stadt, BILD Schn. 21