Basler Kartengruss zum Wochenende Nr. 403

Viele der Basler Marktfrauen kamen aus der Regio. Sie boten vor dem Rathaus und ab Ende des 19. Jahrhunderts auch auf dem Barfüsserplatz frisches Obst und Gemüse an. Daheim waren sie im Elsass, vor allem in Village-Neuf, aber auch im Schwarzbubenland oder im Badischen.

Die farbige Ansichtskarte mit der «Basler Marktscene» stammt aus dem Jahr 1903. Im Hintergrund erkennt man die historischen Wohn- und Geschäftshäuser auf der Südseite des Marklatzes, die wenige Jahre später abgerissen und durch Neubauten ersetzt wurden. Das elektrische Tram, das durchs Bild fährt, war damals noch eine Neuheit in der Stadt.

In früheren Jahrhunderten sorgten vor allem die Wochenmärkte für geschäftiges Treiben: «Da bringen die Gärtner und anwohnenden Landleute ihre Ware zum Verkauf. Ihre Bänke stehen auf dem Platz oder den Häusern entlang. Man kann sie wohl unterscheiden, die Marktfrauen: die einfachen Baselbieterinnen mit dem weißen Kopftuch, die Sundgauerinnen mit den gesteppten Hauben und den großen Taschen an den rötlichen Röcken, und die Markgräflerinnen mit dem ‹Heimatschein› auf den Köpfen und ihrem stattlichen Halstuch, während die ledigen Meitli seidene Bänder in den Zöpfen tragen. Auch Juden von Hägenheim sieht man oft. Da feilschen denn die Basler Frauen, teils aus Sparsinn, teils aus Rechthaberei; da gibt es für die wenigen Polizeier und ‹Marktherren› drohende Händel zu verhüten, da verschwatzen die Herrschaftsmägde in weißen Schürzen die Zeit.»

In der Stadtbuch-Ausgabe von 2010 berichtete Daisy Reck über Nicole Boulay, die als «mutige Frau aus dem Elsass» mehr als vierzig Jahre lang ihr Gemüse aus dem eigenen Garten nach Basel brachte.

Bildquelle: Basler Stadtbuch

Teilen