1875 das grösste Theater der Schweiz

Mit Mozarts ‹Don Juan› und einem auserlesenen, festlich gestimmten Publikum weihte Basel vor 150 Jahren, am 4. Oktober 1875, das von Architekt Johann Jakob Stehlin Burckhardt (1836–1916) erbaute neue Stadttheater ein, das heute als Theater Basel bekannt ist. Mit seinen 1400 Sitz- und 200 Stehplätzen war es damals das grösste Theater der Schweiz. Die Gesellschaft des Basler Stadttheaters schrieb für den Theaterbau keinen Wettbewerb aus, sondern bestimmte den Architekten selbst. Finanziert wurde das Haus durch eine Aktiengesellschaft, die Stadt und den Kanton. In der Nacht vom 6. auf den 7. Oktober 1904 brannte das Stadttheater aus. Nach diesem Unglück wurde es bis 1909 detailgetreu wiederhergestellt. Vor 50 Jahren, im Sommer 1975, wurde es gesprengt.

Der Architekt des Stadttheaters, Johann Jakob Stehlin, etablierte innerhalb von sechs Jahren am Steinenberg eine ganze Kulturmeile. Die Jahre 1870 bis 1872 markieren die Bauzeit der Kunsthalle Basel. Zudem errichtete Stehlin den Musiksaal des Stadtcasinos, der 1876 eröffnet wurde.

Der 1826 in Basel geborene und 1894 hier gestorbene Stehlin, dessen Vater ebenfalls Architekt war, ist zudem der Urheber anderer für Basel bedeutender Bauten: Dazu gehören das Missionshaus (1858/60), die Kaserne (1860/63), das Pfarrhaus der Elisabethenkirche (1865/67), das Bernoullianum (1872/74) sowie etliche private Wohnhäuser und einige Fabriken. Stehlins Grabstätte befindet sich auf dem Wolfgottesacker.

Zur Baugeschichte der Basler Stadttheater bis 1972 schreibt Karl Gotthilf Kachler im Basler Stadtbuch 1972.

Im Bild: Der Steinenberg im Jahr 1875. Das Stadttheater steht kurz vor seiner Vollendung, vom Musiksaal ist das Fundament zu sehen.

Bildquelle: Staatsarchiv Basel-Stadt, AL 45, 2-68-2

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