Stadtgedächtnis seit 1879
Zwielichtige Immobiliengeschäfte von Zürchern in Basel!
Der Gasthof zum Bären befand sich in der Aeschenvorstadt, nahe dem Brunngässlein. «Ein ganzer Schwarm von Strafprozessen gegen die Käufer, Gründer und Geschäftsführer des seit mehreren Monaten geschlossenen Gasthofs und Restaurants zum Bären / Hotel de l’Ours in der Aeschenvorstadt werden vor Basler Strafgericht verhandelt. Eine Hauptrolle spielt dabei eine zürcherische Gründerfirma ‹Finanzierungs- und Immobiliargesellschaft›. Von den Angeklagten werden 5 zu Strafen von 3 Monaten Gefängnis bis zu 2 Jahren Zuchthaus mit 10 Jahren Verlust des Aktivbürgerrechts verurteilt.» (Basler Chronik, 14. Januar 1907)
Am 17. Dezember 1908 folgte die Mitteilung: «Der seit einer Reihe von Monaten leer und brach stehende Gasthof zum Bären in der Aschenvorstadt wird von der Kantonalbank als Hypothekargläubiger zu Fr. 600’000 gekauft.»
Das historische Foto von 1904 zeigt das damals neu erbaute Hotel zum Bären (einer der ersten Eisenbeton-Bauten in Basel, Architekt Gustav Adolf Visscher van Gaasbeek) mit den von Burkhard Mangold gestalteten Fassaden- und Wandbildern. Für einen Innenraum des Bären malte Mangold eine monumentale Ansicht der alten Mittleren Brücke, die in jenen Jahren gerade abgerissen und durch die neue Brücke ersetzt wurde. Der Betrieb des in ‹Baslerhof› umbenannten Hotels endete 1970, sechs Jahre später folgte der Abriss des Gebäudes.
Über das (gastronomische) Leben in der Aeschenvorstadt lässt sich hier nachlesen.
Bildquelle: Staatsarchiv Basel-Stadt, Foto Hoffmann, BSL 1045b 2-53 21185 1