Ein Museum für Wohnkultur

Ende des 18. Jahrhunderts erwarb Christoph Burckhardt den alten Segerhof am Blumenrain von der Stadt Basel und liess ihn im Zuge der Verbreiterung des Blumenrains abbrechen. An seiner Stelle entstand in seinem Auftrag durch den bekannten Architekten Samuel Werenfels ein dreigeschossiges Palais. Im Erdgeschoss betrieb Burckhardt zusammen mit seinen Söhnen eine florierende Baumwoll- und Manufakturwarenhandlung.

Während des Durchmarschs der Alliierten im Jahr 1814 beherbergte der Segerhof hohen Besuch: Kaiser Alexander I. von Russland übernachtete bei der Familie Burckhardt. Zum Abschied erhielt die Hausherrin vom Zaren einen mit Diamanten gefassten Topas, der letztes Jahr aus einer alarmgesicherten Vitrine des Historisches Museum Basel entwendet worden war, wie die Basler Chronik am 24. Juni 2024 festhielt.

Während rund 130 Jahren blieb der Segerhof im Besitz der Familie Burckhardt. 1923 gelangte er als Legat von Marie Burckhardt an das Historische Museum, verbunden mit der Auflage, ein Museum für Wohnkultur einzurichten. Vor 100 Jahren vermeldete die Basler Chronik am 4. Juli 1926 die Umsetzung des Legats: «Eröffnung des Segerhofes als Teil des Historischen Museums.» 1934 erfolgte der Abbruch des Gebäudes. 1951 eröffnete an der Elisabethenstrasse der Kirschgarten als neues Museum für Wohnkultur des 18. und 19. Jahrhunderts.

Bild: Im Vordergrund, links der Segerhof, rechts der Urbanbrunnen. Im Hintergrund der St. Johann-Schwibbogen um 1870.

Bildquelle: Staatsarchiv Basel-Stadt, Fotoarchiv Wolf, NEG 5062

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