Stadtgedächtnis seit 1879
230 Kilo Dynamex-Sprengstoff
Heute vor 50 Jahren, am 6. August 1975, war ganz Basel um 5 Uhr morgens schon wach. In der Innenstadt explodierten in neun Sprengungen in vier Phasen 230 Kilo Dynamex-Sprengstoff, die in 1169 Bohrlöchern des im Jahr 1909 errichteten Stadttheaters am Steinenberg platziert waren. Der Neubau der Architekten Schwarz, Gutmann und Gloor, gleich neben dem alten Theater, hatte es obsolet gemacht. Heute erinnert Jean Tinguelys ‹Fasnachtsbrunnen› dezent an die Vergangenheit des Ortes, genau an seiner Stelle befand sich einst die Bühne des alten Theaters.
Das ursprüngliche Stadttheater am Steinenberg brannte im Oktober 1904 nieder. Der Neffe des Architekten des abgebrannten Baus, Fritz Stehlin-von Bavier, entwarf einen Neubau mit 1200 Plätzen, der 1909 eröffnet wurde und den Grundzügen des Baus seines Onkels folgte. Gegen den in den späten 1960er-Jahren geplanten Abriss engagierten sich viele Baslerinnen und Basler. Letztlich votierte das Stimmvolk jedoch gegen eine Rettung.
Die Entstehungsgeschichte des neuen Stadttheaters ist im Stadtbuch von 1975 nachzulesen. Der umfassende Artikel enthält auch eine Bildabfolge der Sprengung des alten Stadttheaters.
Im Bild: Sprengung des alten Basler Stadttheaters am 6. August 1975, aufgenommen vom Turm der Elisabethenkirche
Bildquelle: Staatsarchiv Basel-Stadt, Foto: Peter Armbruster