Stadtgedächtnis seit 1879
Die Centralbahn kommt zum Bund
Vor 125 Jahren übernahm der Bund die Schweizerische Centralbahn (SCB) – ein Schritt, der sich seit längerem abgezeichnet hatte. Am 22. März 1901 berichtete die Basler Chronik über die ausserordentliche Generalversammlung der Aktionäre: «Die ausserordentliche Generalversammlung der Aktionäre der Schweiz. Centralbahn beschliesst eine Dividende von 45 Fr. pro Aktie und den Verkauf der Bahn an den Bund. Die Geschäfte werden bis zur endgültigen Übergabe von einer neungliedrigen Liquidationskommission unter dem Vorsitze von Aug. Stähelin-Vischer geführt.» Zwar verkehrten die Züge der SCB bereits seit dem 1. Januar 1901 auf Rechnung des Bundes, doch die gesetzlichen Voraussetzungen für die Gründung der SBB fehlten noch.
Die Generalversammlung von 1901 war die letzte der Centralbahn. Bereits 1891 hatte das Aktionariat dem Verkauf an die Eidgenossenschaft zugestimmt, ein Referendum verhinderte den Ankauf jedoch zunächst. Erst am 20. Februar 1898 nahm das Stimmvolk das Bundesgesetz zur Verstaatlichung der Eisenbahnen an. Der Abstimmungskampf war heftig; die Befürworter warben unter dem Motto ‹Die Schweizer Bahnen dem Schweizer Volk› für eine einheitliche Bahn unter Bundesaufsicht. 1902 ging die Centralbahn endgültig in Bundesbesitz über und wurde Teil der SBB CFF FFS. An die frühere Eigentümerschaft erinnern heute der Basler Centralbahnplatz und die Centralbahnstrasse.
Im Stadtbuch von 1982 findet sich ein Beitrag, der das Doppeljubiläum 100 Jahre Gotthardbahn und 75 Jahre Bahnhof Basel SBB zum Anlass nimmt, um auf die Geschichte der Eisenbahn in Basel zurückzublicken.
Im Bild: Der Centralbahnhof wurde in den Jahren 1902 und 1903 abgebrochen; die Aufnahme entstand kurz vor dem Beginn der Abbrucharbeiten. Der Neubau nach Plänen der Architekten Emil Faesch und Emanuel La Roche wurde am 24. Juni 1907 eröffnet.
Bildquelle: Staatsarchiv Basel-Stadt, Fotoarchiv Wolf, NEG 2156