Eine Million für wohltätige Zwecke

Mit dem Ableben von Margaretha Merian am 3. Mai 1886 trat die Christoph Merian’sche Stiftung offiziell in Kraft. Drei Tage darauf wurde das Testament eröffnet: «Eröffnung des Testaments Merian; dasselbe bestimmt 1 Million Franken zu wohlthätigen Zwecken; die eine Hälfte soll nach Gutdünken der verblichenen Gattin vertheilt werden, die andere durch eine vom Bürgerrath niederzusetzende Commission. Ausserdem erhält die Missionsgesellschaft Fr. 200'000. Der ‹Stadt Basel› fällt die Nutzniessung eines zwischen 10 und 12 Millionen betragenden Vermögens zu, welches meist in liegenden Gütern besteht. Die Staats- und die Stadtbehörde haben sich darüber geeinigt in dem Sinne, dass dem ersteren ⅔, der letzeren ⅓ davon zufällt. Die verwaltende Commission der ‹Christoph Merian Stiftung› wird der Bürgerrath ernennen.» (Basler Chronik, 6. Mai 1886)

Am 9. Juni 1886 vermerkte die Basler Chronik zudem die Aufteilung der zweiten Hälfte der für wohltätige Zwecke vorgesehenen Million, nachdem zwei Tage zuvor der engere Bürgerrat eine siebenköpfige Kommission unter Vorsitz von Ch. Ronus-von Speyr zur Verwaltung der Christoph Merian Stiftung und Verteilung der zu wohltätigen Zwecken bestimmten zweiten halben Million bestimmt hatte: «Eine Menge kleinerer und grösserer Anstalten und Vereine werden mit Beiträgen aus der zweiten halben Million der Merian’schen Erbschaft erfreut.» Unterstützt wurden unter anderem der Zoologische Garten mit CHF 3000, die Universitätsbibliothek Basel mit CHF 3000, die Anstalt zur Hoffnung mit CHF 2000, das Kinderspital mit CHF 7000. Im Bild: Der Zoologische Garten Basel im Jahr 1874.

Der Basler Kaufmann und Agronom Christoph Merian hatte seine Stiftung bereits 1857 im Einvernehmen mit seiner Ehefrau Margaretha Merian-Burckhardt testamentarisch festgelegt. Zunächst bestimmte er sie als Alleinerbin, nach ihrem Tod sollte die Stadt Basel über das beträchtliche Vermögen und den umfangreichen Grundbesitz verfügen.

Wie stark die Christoph Merian Stiftung das Bild und die Entwicklung Basels als Humanistenstadt mitprägt, beleuchtete das Stadtbuch 2011 in einem ausführlichen Beitrag.

Bildquelle: Staatsarchiv Basel-Stadt, Foto: Varady, BSL 1001 G 1.2.35)

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