Ein neues Spital – erbaut in Kriegszeiten

Die Eröffnung des neuen Bürgerspitals heute vor 80 Jahren am 29. September 1945, wenige Monate nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, markiert den Aufbruch ins moderne Medizinzeitalter: «Einweihung des neuen Bürgerspitals. Die Kosten des Neubaues belaufen sich auf rund 30 Millionen Franken, wovon der Kanton die eine Hälfte, die Bürgergemeinde der Stadt Basel die andere übernimmt. Die Bettenzahl beträgt rund 1100.» (Basler Chronik, 29. September 1945) Mit der Eröffnung des Klinikums 1 gründete das Bürgerspital gleichzeitig eine eigene Krankenpflegeschule, um den Pflegenachwuchs sicherzustellen.

Die ausführenden Architekten waren E. & P. Vischer, H. Baur sowie das Büro Bräuning, Leu, Dürig. Das Projekt Bürgerspital-Neubau wurde anerkennend gelobt, vor allem auch deshalb, weil es trotz des Krieges erfolgreich realisiert werden konnte. Die Rohbauten wurden zwischen 1939 und 1944 erstellt. Die angestrebten finanziellen Ziele wurden jedoch nicht erreicht. Am Ende beliefen sich die Kosten nicht auf 22,5 Millionen, sondern auf 34,3 Millionen Franken. Die Bürgergemeinde der Stadt Basel und der Kanton Basel-Stadt trugen die Kosten jeweils zur Hälfte. 1973 wurde das Bürgerspital zum Kantonsspital. Seit 2004 ist es als Universitätsspital Basel bekannt.

Das erste Basler Spital befand sich übrigens an der Freien Strasse / Ecke Barfüssergasse. Es wurde vor 1265 als bürgerliches Armen- und Krankenhaus gegründet und übernahm früh wichtige soziale Funktionen in der mittelalterlichen Stadt.

Weitere Informationen zum Bürgerspital Basel finden sich im Basler Stadtbuch 1997.

Bild: Bürgerspital Basel, Blick nach Süden. Die Aufnahme entstand kurz nach der Eröffnung. Die Postkarte trägt den Datumsstempel vom 25.08.1947.

Bildquelle: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv, PK_007184

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