Stadtgedächtnis seit 1879
Die Matthäuskirche im Bau
Am 23. November 1891 beschliesst der Grosse Rat den Bau der protestantischen Matthäuskirche. Es war nach der Elisabethenkirche (1864) die zweite evangelisch-reformierte Kirche in Basel seit der Reformationszeit. Entworfen hatte den neogotischen Bau der aus Breslau stammende Felix Henry. Der Architekt setzte sich mit seinem Entwurf in einem Architekturwettbewerb gegen 41 Konkurrenzprojekte durch. Das Foto von der Baustelle ist eine Aufnahme aus dem Fotoarchiv Wolf vom 9. Mai 1894. Im Inneren der Kirche ist Platz für 1200 Menschen und mit einer Höhe von 80 Metern hat St. Matthäus den höchsten Kirchturm von Basel. Die Gesamtkosten für die Errichtung der Kirche beliefen sich auf 700'000 Franken – 130'000 mehr, als das die ursprünglichen Berechnungen der Baumeister bereits weit überschreitende erste Budget der Regierung voraussah.
Das Bedürfnis nach einer eigenen protestantischen Kirche für das untere Kleinbasel stellte sich zu Beginn der 1880er-Jahre ein, als die fortschreitende Industrialisierung zwischen Klingental und Dreirosen ein ausgedehntes Arbeiterviertel hervorbrachte. Zuerst wurde die Matthäusstrasse angelegt (1893 amtlich benannt), ihr folgte die Matthäuskirche (1896 geweiht) und so bekam das ganze Quartier seinen Namen.
Über die umfassende Innen- und Aussenrestaurierung der Matthäuskirche berichtete das Basler Stadtbuch 2003.
Bildquelle: Staatsarchiv Basel-Stadt, NEG 9890