Stadtgedächtnis seit 1879
Ein kopfloser Teufel im Basler Münster
Am 16. August 1769, heute vor 256 Jahren, widmete sich der Basler Zeichner Emanuel Büchel dem Bildschmuck «an der Kantzel in dem Münster». Mit Tuschfeder und Aquarellpinsel hielt er ein Detail fest, das sich am sogenannten Kanzelkorb befindet. Es zeigt eine «satanische Figur» ohne Kopf und mit nur einem Arm, die Einträge ins Sündenregister vornimmt. Flankiert wird die kleine Figur von Masswerk und Blattranken, links unten ist der fehlende Kopf mit Eselsohren zu sehen. Der Entwurf der Kanzel geht möglicherweise auf den spätgotischen Baumeister Hans Nussdorf und das Jahr 1486 zurück. Der Detailreichtum dieser Bildhauerarbeit erinnert an Holzschnitzereien, das Material ist jedoch ein roter Buntsandstein, der im Wiesental gebrochen wurde.
Seit Mai und noch bis März 2026 zeigt das Museum Kleines Klingental die Ausstellung ‹Liebe zum Detail›, die historische und zeitgenössische Gipsabgüsse vom Basler Münster präsentiert. Die von der Basler Münsterbauhütte angefertigten Abgüsse ermöglichen eine unmittelbare Begegnung auf Augenhöhe und vermitteln die künstlerische Meisterschaft der mittelalterlichen Bildhauer. In einer Schauwerkstatt kann man diese Technik hautnah miterleben (jeweils am ersten und letzten Mittwochnachmittag).
Das Basler Stadtbuch 2019 nahm das 1000-jährige Weihejubiläum des Heinrichsmünsters zum Anlass, um in einem ausführlichen und reich bebilderten Dossier über die Geschichte eines der wichtigsten Bauwerke der Stadt zu berichten: https://www.baslerstadtbuch.ch/dossier/2019/2019-09.html
Bildquelle: Staatsarchiv Basel-Stadt, Emanuel Büchel, BILD Falk. E 29