«Basler Dybli» oder «Ratten der Lüfte»?

Menschen und Tauben leben in Grossstädten wie Basel in einer nicht ganz unproblematischen Symbiose zusammen. Das Foto entstand am 19. Mai 1958 und zeigt Tauben bei der alten Johanniterbrücke.

Wie gross genau der regionale Bestand an Stadttauben derzeit ist, weiss niemand. In wenigen Wochen, am 14. Juni 2026, wird unter anderem über die Taubeninitiative und den Gegenvorschlag der Regierung abgestimmt. Ziel ist es, die Zahl der Tauben durch betreute Taubenschläge deutlich zu verringern, um der zunehmenden Verschmutzung der Stadt Herr zu werden.

Im Basler Stadtbuch 1966 veröffentlichte Martin Schwarz den Artikel ‹Unser Stadtvögel im Wandel der Zeit›.

Vor sechs Jahrzehnten hiesss es darin: «Sind unsere übrigen Stadtvögel Kinder der freien Natur, die ohne unsere Absicht zu ‹Mitbürgern› wurden, so sind unsere Stadttauben die verwilderten Nachkommen der als Hausgeflügel gehaltenen Haustaube. […] Die in neuster Zeit eingetretene ganz ungewöhnlich starke Vermehrung erscheint darum bemerkenswert, weil mit dem Verschwinden der alten Gebäude sicher auch viele Brutstellen für die Tauben verlorengegangen sind. Dafür hat sich die Ernährungslage sehr günstig entwickelt. […] Heute, wo die Stadttauben eine Unmenge Abfälle auf Schulhöfen und Strassen finden und von Tierfreunden oft im Übermass gefüttert werden, sind sie nicht mehr zu gefährlichen Ausflügen gezwungen und bekommen Sommer und Winter so reichlich zu fressen, dass sie jahraus jahrein, selbst mitten im Winter, brüten können und so eine unnatürlich grosse Nachkommenschaft aufbringen.»

Bildquelle: Staatsarchiv Basel-Stadt, Foto: Hans Bertolf, BSL 1013 3-7-436 1

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