Stadtgedächtnis seit 1879
Ein Grossvarieté öffnet seine Pforten
Das am 1. Oktober 1900 eröffnete Cardinal-Theater in Basel war das erste Grossvarieté-Theater mit Restaurationsbetrieb in der Stadt. Das Gebäude an der Freien Strasse 36 gehörte der Brauerei Cardinal AG, die den Saal mit Nebenräumen an den Freiburger Unternehmer Karl Küchlin vermietete. Im Varieté wurde ein vielfältiges Programm mit Künstlerinnen und Künstlern aus dem In- und Ausland gezeigt: Jongleure, Akrobatinnen, Kontorsionistinnen, Bauchredner, Clowns, Sängerinnen etc.
Aus finanziellen Gründen und wegen erhöhten Platzbedarfs eröffnete Karl Küchlin in der Steinenvorstadt das Küchlin-Theater. Die letzte Vorstellung im alten Cardinal fand am 1. September 1912 statt, anschliessend wurde das Gebäude zum Kino ‹Elektrische Lichtbühne Cardinal› umgebaut. Unter dem Namen ‹Alhambra Cinéma› war es von 1920 bis 1982 in Betrieb.
Kein Geringerer als der Dramatiker Rolf Hochhuth schrieb 1988 seine «Überlegungen anlässlich des geplanten Abrisses des Küchlins» im Stadtbuch nieder.
Im Bild: Blick in den Innenhof des Restaurants Cardinal, Freie Strasse 36, um 1910.
Bildquelle: Verschwundenes Basel.