Stadtgedächtnis seit 1879
Ursulas glückliche Rückkehr
Vor 70 Jahren, am 17. September 1955: «Aus dem Besitz des holländischen Reichsmuseums in Amsterdam übergibt der niederländische Gesandte den Basler Behörden das Ursula-Haupt, eine vergoldete Silberplastik, Bestandteil des früheren Münsterschatzes. Das Reliquiar war nach der Kantonstrennung von einem deutschen Kunsthändler für 260 Franken aus dem Besitz des Kantons Baselland ersteigert worden und wird nun zum Preise von 230'000 Franken vom Kanton Basel-Stadt zurückgekauft. Davon sind bereits rund 100'000 Franken gedeckt, der Rest soll durch eine öffentliche Sammlung aufgebracht werden.» (Basler Chronik)
Die 35 Zentimeter hohe Büste schuf man womöglich als Behälter für die 1254 aus Köln gestifteten Reliquien der Heiligen Ursula. Vielleicht entstand sie aber auch erst um 1326, als der Domherr Jacob von Gebwiler die Kapelle der Elftausend Jungfrauen für das Münster stiftete. Teile des in alle Welt verstreuten Schatzes kehrten 2001 (500 Jahre Beitritt zur Eidgenossenschaft) und 2019 (1000 Jahre Heinrichsmünster) für einige Ausstellungswochen nach Basel zur Heiligen Ursula zurück.
Diese kleine Episode aus der Basler Geschichte ist Teil des Buches ‹365 Tage Basel› aus dem Christoph Merian Verlag. Es stellt für jeden Tag des Jahres ein historisches Ereignis mit Bezug zu Basel und zum Basler Stadtbuch vor, sorgfältig zusammengetragen aus elf Jahrhunderten. Einblicke ins Buch gibt es hier.
Im Bild: Die Ankunft des Ursula-Reliquiars in der Barfüsserkirche, Historisches Museum Basel am 17. September 1955. Die Büste ist in der Bildmitte zu sehen, sie steht auf einem Podest.
Das Stadtbuch porträtierte den Münsterschatz 2001.
Bildquelle: Staatsarchiv Basel-Stadt, Foto: Hans Bertolf, BSL 1013 1-780 1