Stadtgedächtnis seit 1879
Basler Kartengruss zum Wochenende Nr. 405
«Heuwaage» ist ein sehr bildhafter Name für einen heute eher unwirtlichen Stadtort. Die Bezeichnung verweist auf die frühere Nutzung des Areals nahe beim Birsig (rechts im Bild), der eingespannt ist zwischen Steinentorstrasse, Steinenvorstadt, Steinentorberg, Innerer Margarethenstrasse, Binningerstrasse, Nachtigallenwäldeli und Auberg.
Die bis an die Ränder beschriebene Ansichtskarte aus dem Jahr 1907 zeigt den Blick von der Innenstadt nach Südwesten. In der Bildmitte stehen die mit Heu beladenen Pferdewagen aus dem Leimental oder dem Sundgau, die hier gewägt wurden, rechts davon befindet sich das Diensthäuschen des Heuwaagmeisters, Baujahr 1901. Dies war nötig, weil auf Heuverkäufe in der Stadt eine Abgabe verlangt wurde, 3 Rappen pro 100 Kilo («Zollhammer» anno dazumals ...). Neben Heu wurden hier auch Stroh, Holz und Kartoffeln gewägt, später kamen die Elefanten aus dem Zolli zur Gewichtskontrolle. Das Waaghaus verschwand 1959; das im Jahr 1900 errichtete Bahnhofsgebäude der Birsigtalbahn im Hintergrund wurde 1986 abgebaut.
Über Basels Stadtplätze – von der Heuwaage bis zum Vogesenplatz – berichtete das Stadtbuch im Jahr 2011.
Das Basler Stadtbuch wünscht allen ein schönes Wochenende, das letzte im August!
Bildquelle: Basler Stadtbuch