Stadtgedächtnis seit 1879
Das Ende des Monster-Schneemanns
Tauwetter setzte vor 140 Jahren den gewaltigen Schneemassen in der Steinenvorstadt zu. Dort war ein winterliches Wahrzeichen entstanden: «In der Thorsteinen wird ein riesiger Schneemann von circa 10 Meter Höhe errichtet, welcher Anlass bietet zu mannigfaltigen Volksbelustigungen, am 27. aber infolge von Thauwetter zusammenstürzt.» (Basler Chronik, 23.1.1886).
Der «ausserordentlich starke Schneefall», den die Basler Chronik am 18. Januar 1886 festhielt, beflügelte zur gleichen Zeit auch die Kreativität von Geschäftsleuten. Auf dem Marktplatz liessen sie eine imposante Helvetia-Schneefrau errichten, als Sammelstelle für Gaben zugunsten «schuhbedürftiger Kinder».
Schon zuvor hatte der Winter seine Kraft gezeigt: Am 8. Januar 1886 verzeichnete die Chronik «ungewöhnlich starken Schneefall», der am 13. Januar eine grosse Schlittenfahrt nach Lörrach und ein Eisfest auf der Allschwiler Matte ermöglichte.
Im Basler Stadtbuch 1985 berichten Barbara und Kurt Wyss in Text und Bild über eine ‹Schlittenfahrt wie anno dazumal›.
Im Bild: Schneemann vor dem Vierlindenbrunnen im Januar 1886.
Bildquelle: Staatsarchiv Basel-Stadt, AL 45, 2-78-2