Basler Requiem für Mattmark

Vor 60 Jahren, am 30. August 1965, brach in den Walliser Bergen ein Teil des Allalingletschers ab und begrub die Baracken, Werkstätten und die Kantine der Baustelle des Mattmark-Staudamms unter einer Lawine aus Eis und Geröll. Am 7. September 1965 fand in der St.-Clara-Kirche in Basel ein Requiem für die Opfer der Lawinenkatastrophe von Mattmark statt. In der Basler Chronik heisst es zu dem Unglück, bei dem 88 Menschen starben: «Die Nachricht vom Abbruch der Gletscherzunge des Allalingletschers über der Arbeitsstelle der Mattmark-Staumauer und der Verschüttung von rund 90 Arbeitern wird von der Basler Bevölkerung mit Konsternation aufgenommen. Jedermann empfindet dieses Geschehen als ein nationales Unglück von besonderem Ausmass wie seinerzeit die Flugkatastrophe von Dürrenäsch. Der Regierungsrat übermittelt der Walliser Regierung ein Beileidstelegramm.» (Basler Chronik, 31. August 1965)

Trotz früherer Warnungen und grosser öffentlicher Empörung wurde 1972 von den 17 angeklagten Personen niemand für das Unglück rechtlich verantwortlich gemacht.

Wie der Strom in die Basler Steckdosen kommt, hat Katharina Truninger im Stadtbuch 2011 beschrieben.

Im Bild: Situation nach dem Gletscherabbruch in Mattmark

Bildquelle: Archiv der Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie

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