Stadtgedächtnis seit 1879
Zürich und Basel gemeinsam – geht doch!
Zumindest am 21. Januar 1504 für ein paar Tage …: «Bei der Kleinbasler Kartause erwarten 500 Bürger die Schiffsankunft einer Schar Zürcher, welche Basel mit einer Staatsvisite beehren. Unter grosser Begeisterung der Bevölkerung werden die Gäste in den Gasthof ‹zum Storchen› geleitet, wo Bürgermeister und Räte ‹mit solchem Fliss die Zürcher Willkomm sin, nit anders, als ob sy üblich Brüder›. Während ihres fünftägigen Aufenthalts werden die Zürcher auf den Stuben ‹zum Seufzen›, ‹zum Schlüssel› und ‹zu Safran› aufs köstlichste bewirtet und zum Tanz mit den weiblichen Schönheiten der Stadt eingeladen. Zum Abschied überreichen die Zunftbrüder zum Bären (Hausgenossen) den beliebten Gästen aus der Limmatstadt elf Fässlein Malvasier. So verlassen die Zürcher unsere Stadt in aufrichtiger Dankbarkeit und freundschaftlicher Verbundenheit.» (Eugen A. Meier)
Gerold Edlibach hat die denkwürdige Szene in seiner ‹Zürcher- und Schweizerchronik› festgehalten. Diese erschien zwischen 1506 und 1566. Auf dem Bild sind als Schildhalter der Basler Basilisk und der Zürcher Leu zu sehen. Dass der Baselstab in der Mitte zur falschen Seite gerichtet ist, sei dem Zürcher Chronisten verziehen. Oben rechts am Stadttor hat er alles korrekt gezeichnet.
‹Zürich bewundert Basel› – so behauptet es jedenfalls ein kurzer Stadtbuch-Artikel von 1990.
Bildquelle: Kopienband zur Zürcher- und Schweizergeschichte bis zum 16. Jahrhundert, Zentralbibliothek Zürich, Ms A 77