Stadtgedächtnis seit 1879
Generöses Geschenk an die GGG
Ein äusserst generöses Geschenk erhält die GGG Basel vor 50 Jahren anlässlich ihres 200-Jahr-Jubiläums: «Der Grosse Rat beschliesst mit 61 gegen 25 Stimmen bei 12 Enthaltungen, der Gesellschaft für das Gute und Gemeinnützige GGG Basel den Reischacherhof am Münsterplatz 16, die ehemalige Wirkungsstätte des GGG-Gründers Isaak Iselin, zu schenken.» (Basler Chronik, 18. März 1976)
Die Schenkung der Einwohnergemeinde war mit der Auflage verbunden, in den Obergeschossen Wohnungen einzubauen und im Erdgeschoss ein Restaurant einzurichten – das ‹Zum Isaak›. Mit der Errichtung eines Restaurants am Münsterplatz erhoffte sich die Stadt die Belebung «eines der anerkannt schönsten Plätze Europas, der zur Zeit zum Parkplatz degradiert ist».
Der erstmals im Mittelalter erwähnte Reischacherhof ist ein ehemaliges Domherrenhaus am Münsterplatz. Nach der Reformation wurde die Domherrenkurie 1543 an Ludwig von Reischach vermietet, einen Angehörigen eines weitverzweigten süddeutschen Adelgeschlechts; seither trägt das Gebäude den Namen Reischacherhof. Von 1764 bis 1768 wurde das Haus unter der Leitung des Architekten Johann Jacob Fechter umgebaut, der auch für die Gestaltung der Fassade verantwortlich zeichnete. Isaak Iselin, Gründervater der GGG Basel, wohnte gemeinsam mit seiner Frau und den neun gemeinsamen Kindern in diesem Haus. Am 30. März 1777 wurde hier die Gründung der GGG vollzogen.
1977 hielt das Stadtbuch fest, dass das geschichtsträchtige Gebäude eine «archäologische Fundgrube» sei.
Im Bild: Der Münsterplatz um 1925. Der Reischacherhof, Münsterplatz 16, befindet sich in der Bildmitte, zwischen Mentelinshof und Andlauerhof.
Bildquelle: Staatsarchiv Basel-Stadt, Foto: Wolf, NEG 2385