Chronik November 1936

  • Im Rahmen der Tagung der Genossenschaft des Verbands schweizer. Krankenanstalten werden von...

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    … Vertretern der Sanität Referate gehalten über «Das Krankenhaus im Weltkrieg». - Bei mässiger Beteiligung (60,5%) nehmen die in kantonalen Angelegenheiten Stimmberechtigten Stellung zu fünf unter dem Losungswort «Arbeitsbeschaffung» erlassenen Grossratsbeschlüssen, für welche die Linksparteien geschlossen eingetreten waren, während die Bürgerlichen verschiedene und nicht übereinstimmende Parolen ausgegeben hatten - es sei hier nur an den vom Heimatschutz organisierten Kampf um Erhaltung des Zeughauses und an die Idee eines Universitätsneubaues am Rhein erinnert. Ferner war abzustimmen über die Initiative auf Ausschluss der Kommunisten und anderer Staatsfeinde aus dem Staatsdienst, wobei zwischen links und rechts reinliche Scheidung herrschte. Es werden angenommen die Vorlagen betr. Ausschluss der Kommunisten mit 14922 Ja gegen 13964 Nein, betr. Erstellung eines Kollegiengebäudes auf dem Petersplatz mit 18473 Ja gegen 9937 Nein, betr. Bau des Polizeiverwaltungsgebäudes Spiegelhof mit 15555 Ja gegen 12937 Nein, und betr. Umbau der Liegenschaft Münsterplatz 1/2 mit 14248 Ja gegen 13690 Nein; verworfen werden dagegen die Vorlagen, welche die Voraussetzung zu diesem Umbau gaben, diejenigen betr. Ankauf der Liegenschaft Münsterplatz 1 mit 14137 Nein gegen 13967 Ja und betr. Erwerb der Liegenschaften St.-Alban-Vorstadt 3, 5 und 7 mit 14562 Nein gegen 13400 Ja. - Als Zivilrichter wird gewählt der von sämtlichen bürgerlichen Parteien unterstützte Kandidat der Nationalen Volkspartei, J. Hauri, der mit 11602 Stimmen über den Kandidaten der Sozialdemokraten Ch. Bollinger (6667 Stimmen) siegt. Gleichzeitig finden die Wahlen in den Weitern Bürgerrat statt, bei denen sich 8 Parteien mit 239 Kandidaten um die 40 Sitze bewerben, und wobei die historischen bürgerlichen Parteien Listenverbindung eingegangen sind. Auch hier ist die Wahlbeteiligung mit 66,6% nicht überwältigend. Das Resultat ergibt insgesamt ein leichtes Ansteigen der Stimmen der Linken, die 279909 Stimmen = 40% (1933: 279404 = 39%) erzielen gegenüber 419553 Stimmen des Bürgerblocks (60%; 1933: 436408 = 61%). Zu erwähnen wäre hier ein Vorrücken der Liberalen und Katholiken und das Zurückgehen der Nationalen Volkspartei, dort eine Schwächung der Sozialisten gegenüber den Kommunisten. Im Parlament der Bürgerschaft werden inskünftig vertreten sein: Liberale Partei [129832 Stimmen] mit 7 Sitzen (bisher 6), Nationale Volkspartei [73123 Stimmen] mit 4 Sitzen (6), Radikale [123356] mit 7 Sitzen (7), Evangelische Volkspartei [29278] mit 1 Sitz (1), Kommunisten [10162] mit 5 Sitzen (5), Sozialdemokraten [178747] mit 10 Sitzen (11), Katholische Volkspartei [93242] mit 5 Sitzen (4), und neu [bei 18930 Stimmen] der Freiwirtschaftsbund mit 1 Sitz.

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