Chronik Februar 1936

  • Den Stimmberechtigten werden fünf Vorlagen zur Begutachtung vorgelegt; von diesen kommt der einen,...

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    … dem Initiativbegehren über die Wiedervereinigung von Basel-Stadt und Landschaft, aussergewöhnliche Bedeutung zu. Seit Wochen war denn auch in beiden Halbkantonen von Freunden und Gegnern in zahlreichen Versammlungen zur Frage Stellung genommen worden. In der Stadt waren - die Stimmfreigabeparolen der Liberalen und der Nationalen Volkspartei ausgenommen - sämtliche übrigen Parteien offiziell für die Wiedervereinigung. Auf der Landschaft traten hierfür die Linksparteien und die Katholiken ein, dagegen nahmen die Freisinnigen und die Bauern, vor allem auch Verbände und Vereine des Oberbaselbietes und der Residenz gegen die «Freiheitsberaubung» Stellung. Eine freundlichere Stimmung herrschte dagegen im untern Kantonsteil. Das Resultat der Abstimmung, die gleichzeitig in beiden Halbkantonen vorgenommen wurde, ergibt einen zustimmenden Volksentscheid. Baselstadt nimmt mit 20171 Ja gegen 7450 Nein, Baselland mit 12727 Ja gegen 10823 Nein an; in der Landschaft gibt der Bezirk Arlesheim mit 8875 Ja und 2099 Nein den Ausschlag; die Bezirke Liestal (2007 Ja, 3443 Nein), Sissach (1200 Ja, 3388 Nein) und Waldenburg (645 Ja,1893 Nein) verwerfen dagegen. - Die übrigen Vorlagen wurden abgelehnt: der Grossratsbeschluss betreffend Unterstützung des Stadttheaters (von Rechtskreisen bekämpft) mit 12799 Ja gegen 14591 Nein, die von Arbeiterkreisen bekämpfte Initiative betreffend Anerkennung des Bundesfeiertages mit 13048 Ja gegen 13732 Nein, die von sämtlichen Parteien verworfenen Initiativen von C. Stolz betreffend Partialrevision der Verfassung und betreffend Revision des Pensionsgesetzes mit 7900 Ja gegen 16440 Nein, resp. 8453 Ja gegen 16930 Nein. - Bei der Ersatzwahl ins Strafgericht wird gewählt der Bürgerliche Dr. H. Hotz mit 10752 Stimmen gegen 9578, die auf den sozialdemokratischen Gegenkandidaten Redaktor Ferd. Kugler fallen. - Die Einwohnergemeinde Riehen endlich wählt bei Stimmenthaltung der Sozialisten zum Gemeinderat Wolfgang Wenk mit 628 Stimmen; der offizielle Kandidat Dr. W. Türler erzielt bloss 276 Stimmen.

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